Hast du schonmal von einem kurzsichtigen oder weitsichtigen Freund/einer Freundin die Brille aufgesetzt, einfach so? Je nach Stärke hast du vielleicht gemerkt, dass man kaum noch die Dinge erkennt, die man ansieht und die Augen schmerzen bei dem Versuch die Sicht scharf zu stellen. Genau so sehen nämlich Brillenträger, wenn sie keine vom Optiker perfekt angepasste Brille hätten. Wenn du selbst fehlsichtig bist, kennt du das natürlich umso besser. Aber das ist ja alles eigentlich kein Problem, denn Optiker und Brillen gibt es heutzutage genügend- oder?

Brillen sind in unserer westlichen Welt eine Selbstverständlichkeit. In vielen Ländern ist scharf sehen aber immer noch ein Luxusgut: Mehr als 150 Millionen Menschen auf der Welt bräuchten eine Brille, können sich aber keine leisten. 2016 mussten fast 10 Prozent aller Beschäftigten weltweit mit ihren Familien mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Kopf und Tag auskommen. Da ist es also keine Überraschung, dass eine Brille nicht als oberste Priorität gilt. Aber auch an gut ausgebildeten Optikern fehlt es an vielen Orten der Welt, sowie an Materialien. Die Folgen für die Betroffenen sind drastisch: Kinder können nicht lernen und verlassen vorzeitig die Schule, Eltern können nicht arbeiten und für ihre Familien sorgen.⁣ Die dadurch entstehenden Einkommensverluste werden auf rund 200 Mrd. US-Dollar pro Jahr geschätzt!

Dieses Problem erkannte der Gründer und Erfinder von One Dollar Glasses Martin Aufmuth und machte es sich zum Ziel, Menschen mit Brillen zu versorgen – Menschen, die von einem Dollar oder weniger am Tag leben und bis heute keinen Zugang zu Brillen haben. Im April 2012 wurde das erste Team einheimischer Arbeiter in Uganda ausgebildet und rund 500 Menschen konnten mit Brillen versorgt werden. Seitdem wächst das Projekt und ist mittlerweile in vielen weiteren Ländern aktiv. Zum Beispiel in Bolivien, Mexiko und seit 2017 auch in Indien.

Das Konzept

Die Ein Dollar Brille besteht aus einem leichten, flexiblen Federstahlrahmen. Sie wird von den Menschen vor Ort selbst hergestellt und verkauft. Die Materialkosten: rund 1 US-Dollar⁣.

Die Komplettlösung umfasst die Brillenproduktion vor Ort, einschließlich Aufklärung der Bevölkerung, den kostenlosen Sehtest sowie die umgehende Fertigstellung und Anpassung bis hin zu späterer Brillenwartung und Ersatzglas-Service. Die umfassende Versorgung erfolgt durch speziell ausgebildete Fachkräfte. Da arme Menschen oft nicht genügend Geld haben, um in die Stadt zu reisen und dort eine Brille zu kaufen, kommen die Optiker in die Dörfer und hängen Sehprobetafeln an einem Baum auf, um die Augen der Menschen zu testen. Sobald der Optiker die richtigen Gläser gefunden hat, klickt er sie einfach in den Rahmen ein. Die Herstellung einer kompletten Brille dauert etwa 10 Minuten und durch farbenfrohe Glasperlen wird sie sogar noch individualisiert.

One Dollar Glasses macht nicht nur Brillen für eine breite Bevölkerungsschicht zugänglich sondern bildet auch Menschen in der Herstellung der Brillen und Durchführung der Sehtests aus. So können immer mehr Menschen ihre Landsleute mit Brillen versorgen. Der Verkaufspreis für eine Brille liegt bei 2-3 ortsüblichen Tageslöhnen (in Afrika derzeit ca. 5 Euro, der Preis für ein Huhn). Auch das Material für neue Brillen können sie selbst bezahlen - so werden neue Arbeitsplätze geschaffen, die es den Menschen ermöglichen, sich und ihre Familien zu ernähren.

Wie du helfen kannst

Hört sich nach einem genialen Projekt an oder? Du kannst jetzt ganz easy von Zuhause aus dabei sein, indem du hilfst, Spendenläufe etc. zu organisieren. Damit hilfst du das Projekt am Leben zu halten und die Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern nachhaltig zu verbessern. Auf letsact kannst du dich diese Woche beispielsweise für eine Spendenboxbetreuung anmelden oder Vorträge bei Partnern organisieren. In unserer App findest du alle Informationen, die du brauchst um mitzumachen!