"Also Vegetarier kann ich ja noch verstehen, aber Veganer überhaupt nicht, was isst man denn da?" Das ist ein Satz, den man als Vegetarier oder Veganer wohl am häufigsten hört und bei dem man eigentlich nur den Kopf schütteln kann. Dabei sprechen so viele Argumente eher für eine pflanzliche Ernährung als dagegen. Eine rein pflanzliche Ernährung ist nicht nur moralisch gesehen eine gute Entscheidung, sondern auch was das Thema Nachhaltigkeit angeht.

Denn die Massentierhaltung ist für erstaunliche 15 Prozent aller Klimagasemissionen verantwortlich und verursacht damit mehr Schaden als alle Flugzeuge, Autos und Züge zusammen. Auch der Wasserverbrauch lässt jeden Umweltschützer zusammenzucken: 70 Prozent des weltweiten Frischwassers geht für die Fleischproduktion drauf. So empfehlen zahlreiche Wissenschaftler des Agrarministeriums einen Fleischverzicht als effektive Methode dem Klimawandel entgegenzuwirken. Das Beste dabei ist, dass fast jeder Mensch selbst dafür verantwortlich ist, was er isst und einkauft. Es ist keine politische oder wirtschaftliche Entscheidung, die von außen aufgezwungen wird.

Und wenn hier nun wieder einmal ein strenger Verfechter des Fleischkonsums einhackt und meint, was denn ein Einzelner von uns schon dabei bewirken könne, kann ab jetzt frech antworten: "Aber irgendwer muss den Anfang machen. Außerdem spart jeder deutsche Veganer jährlich zwei Tonnen an Treibhausgasen ein." Laut dem Ökologen Joseph Poore von der britischen Universität Oxford reduziert eine vegane Ernährung (bei einer durchschnittlichen Produktion von 11 Tonnen pro Kopf) damit fast 20% seiner eigenen Bilanz. Wenn das nicht einmal ein Erfolg ist?

Nichtsdestotrotz ernähren sich rund 8 Millionen Menschen vegetarisch und ungefähr 1,6% der deutschen Bevölkerung vegan. Dass dies leider nicht ausreicht, um unseren Planeten vor einem gravierenden Klimawandel zu retten, ist selbsterklärend. Um mehr Menschen zu einer Ernährungsumstellung zu bewegen, muss man einige Vorurteile aus der Welt schaffen. Es muss nicht jeder zu einem hart gesonnten Veganer werden, aber eine weitreichende flexitarische Ernährung wäre ein erster große Schritt in die richtige Richtung.

Einer der meist verbreiteten Stereotypen ist der, dass man als Veganer oder Vegetarier auf seine Lieblingsgerichte verzichten muss und nur noch auf Möhren kaut. Es gibt aber inzwischen zahlreiche leckere Alternativen, die eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ermöglichen. Und wer seinen Teller Spaghetti Bolognese nach der Arbeit nicht auslassen möchte, kann sich ja darauf einigen, diesen nur alle zwei Wochen zu verzehren und sich dafür aber doppelt so sehr zu freuen.