Hast du dir schon mal überlegt, dass du mit jedem Supermarkteinkauf "wählen" gehst? Denn mit jedem Lebensmittel, das in deiner Einkaufstüte landet, entscheidest du, ob dieses weiterhin produziert wird oder nicht. Klar wird nicht sofort ein Produkt aus dem Sortiment genommen, nur weil du dich dazu entschließt, die regionale oder Bio-Alternative zu kaufen. Auf lange Sicht hast du als Konsument jedoch einen großen Einfluss darauf, welche Produkte auf dem Markt bestehen und entscheidest gleichzeitig über die Nachhaltigkeit deines eigenen Lebensstils.

Erdbeeren im Dezember, Mangos und Ananas zu jeder Jahreszeit: Eigentlich können wir das ganze Jahr über die Obst- und Gemüsesorten kaufen, die uns am besten schmecken. Es ist ökologisch nicht besonders wertvoll, Erdbeeren im Dezember zu kaufen; das ist wohl den meisten von uns bewusst. Nur wie steht es mit Tomaten und Paprika im Januar? Oder Zucchini? Im Supermarkt erfährt man leider wenig über die Saisonalität von Gemüse oder Obst. Noch dazu ist es komplizierter als man denkt, saisonal einzukaufen. Äpfel als deutsches Obst beispielsweise werden die Wintermonate über eingelagert und sind deswegen eigentlich ganzjährig verfügbar; ein saisonales Lebensmittel würde man meinen. Nach monatelanger Lagerung können Äpfel jedoch mitunter eine schlechtere CO2-Bilanz haben als ihr neuseeländischer Kollege.

Wo kommt unser Obst und Gemüse eigentlich her?

Generell ist es viel aufwendiger, Gemüse und Obst außerhalb der Saison anzubauen: der Energie- und Wasserverbrauch ist ungleich höher, weil die Pflanzen in Gewächshäusern oder unter Folientunneln gezüchtet werden. Dabei wird 34 mal mehr Energie verbraucht als im Freiland. Die Alternative zum energieintensiven Anbau in Deutschland ist der Import aus europäischen Nachbarländern, in denen der Anbau von Obst und Gemüse um einiges billiger ist. Der Großteil unserer importierten Früchte kommt aus Spanien, Frankreich und Italien; Südfrüchte stammen meist aus Süd- und Mittelamerika. Der Selbstversorgungsgrad an Obst liegt in Deutschland damit bei nur 20 Prozent! Deutlich höher mit 46 Prozent ist der Anteil an aus Deutschland stammendem Gemüse, jedoch mit starken sortenspezifischen Schwankungen: drei Viertel von Kohl und Karotten stammen aus Deutschland. Der Großteil von Tomaten und Paprika wird jedoch importiert. Nicht-EU Länder spielen Gott sei Dank keine große Rolle beim Gemüseimport - dadurch sind die Transportwege nicht ganz so weit.

Was sind die Vorteile einer saisonalen Ernährung?

Es lohnt sich also auf jeden Fall, auf saisonale und regionale Kriterien beim Einkauf zu achten. Ein paar Vorteile haben wir hier aufgelistet:

  • indem du saisonal einkaufst schützt du das Klima, weil weite Transportwege per Flugzeug oder Schiff vermieden werden
  • Saisonware ist meist billiger, da große Mengen auf einmal auf den Markt kommen. Du schonst also auch deinen Geldbeutel wenn du dich nach den Jahreszeiten richtest
  • Stichwort Jahreszeiten: Wenn du dich mit den saisonalen Eigenschaften von Obst und Gemüse auseinander setzt, wirst du sie aufgrund ihrer zeitlichen Begrenzung viel intensiver genießen und wertschätzen können
  • wenn du saisonal einkaufst unterstützt du gleichzeitig regionale Bauern und Betriebe denn die Produkte werden meist in direktem Umkreis angebaut und verkauft
  • und nicht zuletzt: je kürzer die Lebensmittel gelagert werden und je reifer sie geerntet werden desto frischer kommen sie auch bei dir an — den Unterschied merkst du zum einen geschmacklich und zum anderen ist der Nährstoffgehalt regionaler Produkte um einiges höher

Wie kannst du also ganz konkret eine saisonale und regionale Ernährung in deinen Alltag integrieren?

Super sind Saisonkalender, z.B. von Utopia: Du kannst sie dir entweder für den jeweiligen Monat auf https://utopia.de/ratgeber/saisonkalender-fuer-gemuese-obst/ kostenlos herunterladen oder als fancy Küchenkalender auf der gleichen Website bestellen. Garantiert entdeckst du dadurch Gemüsesorten, die schon länger nicht mehr auf deinem Speiseplan standen. Oben findest du beispielsweise den Saisonkalender für April.