Warum ist Plastik schlecht?

 

1. Juli 2019 von letsact Team

 

Warum ist Plastik schlecht?

 

Plastik ist gefühlt überall. In jeder Tagessituation begegnet es uns, wahrscheinlich ohne dass wir es überhaupt noch realisieren. Sei es beim Zähneputzen in der Früh, bei der Milch für den Kaffee, beim Essen bis hin zum Abschminken vor dem Schlafen gehen. Schnell ist der Mülleimer gefüllt mit Verpackungen und Co - häufig nicht einmal getrennt vom Restmüll. Und mit der Müllabfuhr ist er dann erstmal weg. Zumindest für uns - für die Erde nicht.

Mit 11,7 Tonnen jährlich ist Deutschland europäischer Rekordmeister im Plastikverbrauch.

Wie hat das alles überhaupt angefangen?

1950 kam das erste Plastik-Produkt auf den Markt. Seitdem ist die jährlich produzierte Menge an Plastik weltweit von etwa 1,5 Millionen Tonnen auf 300 Millionen Tonnen gestiegen.

Plastik vereinfacht uns ungemein das Leben, zerstört aber die Erde. Warum?

Hier sind 5 Gründe warum es besser ist auf Plastik zu verzichten:

1. Umweltverschmutzung

Zu aller Erst mal das Offensichtliche. Jedem der schon mal im Wald spazieren oder im Meer schwimmen war, fällt auf, dass ein Mülleimer nur eine Möglichkeit der Müllentsorgung für viele ist. Eine andere scheint die Natur zu sein. Plastiktüten hier, leere Flaschen da. Durch Faulheit und Ignoranz landet Müll viel zu häufig da, wo er absolut nicht hingehört. Beispielsweise gelangt circa eine Müllwagenladung Plastik pro Minute in die Ozeane. In den Meeren ist schon so viel Plastik, dass laut Prognosen in 2050 die Menge an Plastik im Meer die Menge der Fische übersteigt. Das heißt, dass man beim Schnorcheln häufiger auf ein Stück Plastik treffen wird als auf einen Fisch. Das dies keine positive Nachricht ist liegt wohl auf der Hand, aber es folgen dadurch noch viele weitere indirekte Auswirkungen. Wenn so viel Plastik in den Wasserkreislauf, sowie in Ökosysteme wie Wälder und Wasserläufe gelangt, gefährdet das nicht nur unsere Natur und eigene Gesundheit, sondern fordert auch enorme Kosten für Wasserreinigung, etc. Zusammengerechnet übertreffen diese jährlich sogar den Gewinn der Plastikindustrie.

2. Gefahr für Tiere

Gerade Plastik im Meer ist gefährlich, da tierische Meeresbewohner im Gegensatz zu uns nicht in der Lage sind Plastik von Nahrung zu unterscheiden. Hierbei sind besonders Meeresschildkröten betroffen, da sie oft Plastiktüten mit ihrem Hauptnahrungsmittel Quallen verwechseln. Aber auch für viele andere Tiere wird der Plastikmüll zum Verhängnis, indem sie sich darin verheddern oder erwürgen. Jährlich sterben ca. 1.000.000 Seevögel und 100.000 Meeressäuger durch unseren Plastikmüll im Meer. Aber auch auf dem Land vergiften sich regelmäßig Tiere an Kunststoffteilen.

3. Gesundheitliche Schäden

Nicht nur Tiere, sondern auch wir selbst leiden unter den Auswirkungen des Plastikmülls. Plastik befindet sich in Fischmägen, im Wasserkreislauf, in Kosmetika und auch in uns selbst wurden Anteile an Mikroplastik festgesellt. Gesundheitsschädigende Stoffe wie BPA (Bisphenol A), Phthalate (Weichmacher) und PAKs (Erdölbestandteil in Kinderspielzeug) können aus dem Kunststoff austreten und durch die Luft, die Haut und durch den Mund aufgenommen werden. Sogar wenn der Plastikmüll richtig entsorgt worden ist, entstehen spätestens beim Verbrennen giftige Dämpfe, die für uns schädlich sind, sowie Treibhausgase wie CO2 die den Klimawandel beschleunigen.

4. Plastik verschwindet nicht

Eine Bananenschale gelegentlich im Wald auf dem Boden zu entsorgen ist ja noch einigermaßen vertretbar, denn es handelt sich um ein natürliches Produkt was verrottet und durch Mikroorganismen in der Erde zu Biomasse umgewandelt wird (übrigens auch das Prinzip eines Komposts). Das Problem bei Plastik ist, dass es sich nicht natürlich abbaut, weshalb es dauerhaft auf der Erde bleibt und die Plastiktüte neben dem Baum im Park eben auch noch in einem Jahr dort liegt (wenn sie niemand wegräumt). Von jährlich circa 6 Milliarden Plastiktüten in Deutschland werden nur durchschnittlich 7 von 100 recycelt. Auch bei richtiger Entsorgung wird nur etwa 42% des Plastik-Mülls recycelt, der Rest wird in Müllverbrennungsanlagen verbrannt, was sowohl für die Umwelt Gefahren birgt als auch für uns selbst (siehe Punkt 3).

5. Ressourcen Knappheit

Für die Herstellung von Kunststoffen wird Erdöl verwendet. Erdöl ist eine Ressource, die nicht nur endlich ist, sondern die momentan eh schon knapp ist! Ölbohrungen sind außerdem enorm bedrohlich für die Umwelt, da sie für die Förderstätte und Transportwege die Natur zerstören und belasten. Besonders Tankerunfälle bei denen riesige Mengen an Öl ins Meer gelangen haben katastrophale ökologische Folgen. Vielleicht kennst du Bilder von Vögeln, die von Kopf bis Fuß in schwarzem Öl verklebt sind und so nichtmehr fliegen können.

Hört sich schlimm an? Ja. Aber schlimmer geht immer. Deswegen ist es wichtig dem ganzen jetzt ein Ende zu setzen. Es gibt viele einfache Möglichkeiten etwas zu verändern, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen, aber einen großen Unterschied für die Zukunft unserer Erde machen. Zum Beispiel kann man bei einem lokalen Clean-Up teilnehmen, das heißt man geht in einer Gruppe an verschiedene Orte und sammelt herumliegenden Müll auf (plus man lernt nette neue und vor allem like-minded Leute kennen). Wo gibts denn sowas? Höchst wahrscheinlich direkt bei dir um die Ecke! Hol dir einfach die letsact App und finde mit wenigen Klicken diese und viele weitere Projekte um die Welt zu retten! Außerdem kann man versuchen Plastik aus seinem Alltag zu eliminieren oder sogar #wasteless zu leben. Noch nie davon gehört? Kein Problem - zu diesem Thema kommt nächste Woche ein neuer Blogpost, also bleib dran und join the movement!

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