letsact gegen das Bienensterben

 

8. Juli 2019 von Julia Nolte

 

letsact gegen das Bienensterben

 

Wenn ihr einen Garten oder Balkon besitzt dann ist das euer Artikel! Denn heute gibt es hilfreiche Tipps wie ihr etwas gegen den Insektenschwund und das Bienensterben tun könnt. Ein Thema, das schon seit einigen Jahren gesellschaftlich und politisch sehr präsent ist und auch in den Medien viel Aufmerksamkeit erfährt ...

#letsact gegen das Bienensterben

Wenn ihr einen Garten oder Balkon besitzt dann ist das euer Artikel! Denn heute gibt es hilfreiche Tipps wie ihr etwas gegen den Insektenschwund und das Bienensterben tun könnt. Ein Thema, das schon seit einigen Jahren gesellschaftlich und politisch sehr präsent ist und auch in den Medien viel Aufmerksamkeit erfährt. Spätestens seitdem beim erfolgreichsten bayerischen Volksbegehren letztes Jahr rund 900.000 Menschen für mehr Artenvielfalt stimmten, ist klar, dass ein großer Teil der Bevölkerung die Problematik sterbender Insekten wahrnimmt. Da dazu schon unzählige Artikel veröffentlicht wurden, soll es heute weniger um die Fakten gehen (die trotzdem nicht unerwähnt bleiben) sondern mehr darum, wie man sich ein Bienenparadies auf den Balkon holt, und wie auch Städter ohne Balkon im tiefsten Großstadtdschungel etwas für den heimischen Artenschutz tun können.

Facts first: Insektenbestäubung ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Zuerst also einige Fakten zum Insektenschwund. Wer glaubt, weniger Bienen seien ein rein ökologisches Problem hat sich getäuscht: Insekten, die Blüten bestäuben, sind wichtig für die globale Wirtschaft; ein Bestäuber-Rückgang bedroht auch unsere ökonomische Stabilität: Forscher haben ausgerechnet, dass der erwirtschaftete Wert von Bestäubern bei jährlich 150 Milliarden Euro liegt. In Deutschland ist zudem mehr als 80 Prozent unseres Obst- und Gemüseanbaus abhängig von der Bestäubung durch Insekten! Einen interessanten Artikel darüber, wie der Rückgang von Bienen und Insektenarten überhaupt festgestellt wurde, findet ihr hier. Dies zu thematisieren würde den Rahmen dieses Eintrags sprengen.

Wenn die Insekten nicht mehr können, müssen Menschen ran

Fest steht, dass der Menschheit handfeste ökologische und ökonomische Probleme drohen, wenn die Zahl der Insekten weiter zurückgeht. Sollten irgendwann Menschen für die Bestäubung der Blüten zuständig sein, um Obst und Gemüse anbauen zu können, ist das nicht nur sehr zeitaufwendig sondern auch extrem teuer. Tomaten oder Äpfel wären dann nicht mehr so leicht erschwinglich. Über die „Bestäubungskrise“ hinaus hat das Insektensterben noch weitere Folgen für das Ökosystem: so fehlt beispielsweise Vögeln durch den Rückgang von Insekten eine wichtige Nahrungsquelle und die Blütenvielfalt geht zurück. Insekten sind außerdem die „Müllabfuhr“ der Natur; sie fressen Kot, Totholz und Aas: innerhalb von zwei Wochen zerlegen sie beispielsweise ein totes Reh. Um mal ein überspitztes Bild zu zeichnen: Ohne Insekten würde unsere Landschaft (fast) nicht mehr blühen und wäre stattdessen voll mit toten Tieren, Kot und Totholz.

Wildbienen sind bedroht

Wenn vom Bienensterben gesprochen wird, ist allerdings nicht die Honigbiene gemeint. Diese Art wird von Imker*innen beschützt und ihre Zahl ist seit 2003 wieder leicht angestiegen. Für die Blütenbestäubung ist zu einem großen Teil nicht die Honigbiene, sondern die Wildbiene verantwortlich. Mehrere Studien zeigen, dass Honigbienen lediglich die Bestäubung durch Wildbienen ergänzen. Die Wildbiene leidet unter der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung unserer Erde: auf den Feldern werden hauptsächlich Monokulturen angebaut. In der Folge verarmt das Ökosystem und wild blühende Wiesen gibt es fast gar nicht mehr. Zusätzlich wird intensiv gedüngt: Sogenannte Neonicotinoide sind Wirkstoffe eines aggressiven Pflanzenschutzmittels, das Wildbienen zwar nicht unmittelbar tötet, aber als Nervengift wirkt, und die Tiere orientierungslos macht. Bei Hummeln verändert das Gift sogar die Summgeräusche, was ihre Kommunikation erschwert.

Wie Dein Balkon zum Bienenparadies wird

Höchste Zeit, ein paar insektenfreundliche Pflanzen auf den Balkon oder das Fensterbrett zu stellen! Der große Vorteil bienenfreundlicher Pflanzen ist, dass viele Arten sehr ursprünglich und „unaufgeräumt“ sind. Wildblüher für Wildbienen sozusagen. Dies kommt allen zugute, die wie ich bereits Schwierigkeiten haben, auf eine Sukkulente aufzupassen. Ein paar bienenfreundliche Pflanzen lohnen sich außerdem optisch, sind weniger Aufwand als gedacht und man kann wirklich viel für den Insektenschutz tun - eine einzige Königskerze ernährt beispielsweise 80 verschiedene Insektenarten! Je mehr blühende Flächen es also gib, desto besser. Daher folgt eine Liste mit einigen Pflanzen, die besonders insekten- und bienenfreundlich sind und sich zudem gut für den städtischen (Klein-)Balkon eignen. Außerdem habe ich noch ein, zwei weitere Maßnahmen aufgelistet, die zu mehr Insektenvielfalt beitragen, und auch ohne Balkon umsetzbar sind.

Blumen und Kräuter

Echter Lavendel

Haben die Pflanzen viel Pollen oder Nektar zu bieten sind sie ideal für Wildbienen. Zierpflanzen wie Geranien etc. locken zwar durch ihren Duft Insekten an, sind dann aber wenig ertragreich. Es gibt Gott sei Dank einen Haufen genauso schöne Blumen und Kräuter, die nicht nur der Zierde dienen: Fächerblumen, Kapuzinerkresse, Verbenen, Glockenblumen, Wandelröschen, Löwenmäulchen um hier nur einige zu nennen. Auch Margeriten und Sonnenblumen eignen sich für Balkone, genauso wie die Balkonblume des Jahres 2016, der „Weiße Willi“. Nachfolgend habe ich mir noch ein paar besonders schöne oder praktische Pflanzen rausgepickt, die den Balkon oder Garten in ein Bienenparadies verwandeln.

Er ist besonders bienenfreundlich und wunderschön. Das Gewächs ist nicht besonders anspruchsvoll: Wenn die Lavendelpflanze geeigneten Boden und viel Sonne hat, ab und zu mal gewässert wird, gedeiht sie super.

Mehrjährige Kräuter: super sind Rosmarin, Salbei, Kapuzinerkresse

Blütezeit ist je nach Sorte März bis Oktober. Die meisten Kräuter bevorzugen trockene, lehmige Böden, und einen sonnigen Standort. Auch wilder Thymian und Oregano sind kleine Paradisblüher für Bienen.

Eine Wildblumenwiese im Balkonkasten

Der Trend, Samenbomben auf freie Wiesenflächen zu werfen, mal anders: Wichtig ist, dass das Saatgut obenauf gesät wird, es darf nicht eingearbeitet werden. Der Boden sollte eine feinkrümelige Struktur aufweisen und unkrautfrei sein - artenreiche Wildblumenwiesen sind auf nährstoffarmen Boden angewiesen. Also ist zum Beispiel alte Balkonkastenerde gut geeignet. Samenmischungen gibt es beispielsweise bei Manufactum.

  • Katzenminze

    Katzenminze, auch Katzenmelisse genannt, blüht von Juli bis September und ist somit optimal für die Spätmonate, wenn das Nahrungsangebot für Bienen spärlicher wird. Ihren Namen verdankt sie dem frischen, zitronen- bis minzartigen Duft, der Katzen anzieht. Die Blätter mancher Sorten kannst du auch als Tee aufgießen. Die mehrjährige Pflanze bevorzugt einen sonnigen Standort und einen lockeren, nährstoffreichen Boden. Du kannst sie von April bis August aussäen.

  • Kornblumen

    Wenn du sie von März bis Ende Juni aussäst, blühen sie ab Juni bis in den Herbst hinein. Bei einer Aussaat im August und im September kommen sie erst im darauffolgenden Jahr. Kornblumen mögen einen sonnigen Standort mit lehmigem Boden. Die Blüten sind übrigens auch essbar.

  • Ringelblumen

    Die Heilpflanze kannst du von März bis Ende August aussäen. Sie blühen ab Mai bis zum Frost in verschiedenen Gelb- und Orangetönen. Als ideal gilt ein sonniger Standort mit durchlässigem, lehmigem Boden. Die Blüten sind ebenfalls essbar!

  • Insektenhotel

Insektenhotel

Haben die Pflanzen viel Pollen oder Nektar zu bieten sind sie ideal für Wildbienen. Zierpflanzen wie Geranien etc. locken zwar durch ihren Duft Insekten an, sind dann aber wenig ertragreich. Es gibt Gott sei Dank einen Haufen genauso schöne Blumen und Kräuter, die nicht nur der Zierde dienen: Fächerblumen, Kapuzinerkresse, Verbenen, Glockenblumen, Wandelröschen, Löwenmäulchen um hier nur einige zu nennen. Auch Margeriten und Sonnenblumen eignen sich für Balkone, genauso wie die Balkonblume des Jahres 2016, der „Weiße Willi“. Nachfolgend habe ich mir noch ein paar besonders schöne oder praktische Pflanzen rausgepickt, die den Balkon oder Garten in ein Bienenparadies verwandeln.

  • Seed bombs

Seedbombs

Und nicht zuletzt: Samenbomben. Man kann sie auf jede öffentliche Grünfläche werfen und es gedeihen ein paar schöne Wildblumen. Natürlich sollte man sie nicht auf fremde Vorgärten oder öffentliche Beete werfen und keine hochwachsenden Blumen auf Verkehrsinseln oder -kreisen pflanzen - und immer nur Saatgut von einheimischen Arten verwenden! Auch rechtlich sind Samenbomben nicht unproblematisch: sie zu verteilen ist offiziell Sachbeschädigung und somit (eigentlich) nicht legal.

Hoffentlich hat euch dieser Eintrag dazu inspiriert, ein paar bienenfreundliche Blumen auf eurem Balkon zu pflanzen oder aufs Fensterbrett zu stellen. Das Motto diesen Sommer lautet:

#letsact für eine insekten- und bienenreiche Umwelt!