Engagement-Beispiel: Deine Isar e.V.

 

1. Juli 2019 von Julia Nolte

 

Engagement-Beispiel: Deine Isar e.V.

 

Wie versprochen möchten wir euch im Rahmen unserer letsact-Challenge im April eine Organisation aus München vorstellen, die sich gegen die Vermüllung der Isar einsetzt und vielfältige Möglichkeiten bietet, aktiv zu werden: #[a(href='https://www.deine-isar.de' target='_blank') Deine Isar]. Wir haben Hartmut Keitel interviewt, Initiator der Aktion „Deine Isar“ und Gründer des Vereins Deine Isar e.V.

Hartmut, Du bist der Initiator von Deine Isar e.V. Wie bist Du zur Gründung des Vereins gekommen?

Ich sehe hier ein konkretes Nachhaltigkeits-Problem, zu dem wir aktiv sind. Jedes Jahr landen mehrere Millionen Tonnen (Plastik-) Müll im Meer; diese Vermüllung beginnt bei uns vor Ort und ihr müssen wir entgegenwirken. Insbesondere sind das an der Isar Einweggeschirr, Einweg-To-Go-Becher und Plastikflaschen.

Kannst Du uns kurz erklären wer genau Ihr seid und was konkret Eure Motivation hinter dem Projekt ist?

Am Anfang stand die Wut über die mangelnde Wertschätzung dieser einzigartigen Naturlandschaft inmitten einer Großstadt. Die Besucherzahlen und damit die Vermüllung der Isarauen nahmen nach dem Abschluss der Renaturierung explosionsartig zu. Deine Isar e.V. setzt sich mit viel Engagement, Phantasie und Hingabe dagegen ein, dass die Isar zur Müllkippe wird.

Wie genau sieht dieses Engagement aus?

Wir informieren mit unseren Isarseminaren für Schulen und einer Rikscha vor Ort. Wir inspirieren mit eindrücklichen Postern und Kinospots und wollen alle Münchner mit Aktionen vor Ort zum Mitmachen motivieren. Außerdem sorgen wir im Sommer mit Spaß für Ordnung mit unseren Ramadama-Aktionen (mehr dazu weiter unten, Anm. v. letsact).

Seit 2011 kämpft Ihr für sauberere Isarufer. Kannst Du uns kurz erzählen wie sich Eure Projekte entwickelt haben?

Zuerst waren da nur Plakate, die auf eine ganz besondere Art die Vermüllung der Isar in den Mittelpunkt stellten. „Ganze Kerle - ganze Flaschen!“ war das erste aus einer Reihe von vielen. Zu den Postern an der Isar kamen Infostände bei Straßenfesten, der Einsatz einer Fahrrad-Rikscha vor Ort an der Isar, Kinospots in allen großen Münchner Kinos und Isarseminare für Schulklassen. Dieses Jahr war ein Flashmob mit den Musikern des Jugendorchesters Attacca, die Beethovens „Ode an die Freude“ intonierten, ein Höhepunkt unserer Aktionen. Auch unsere zur Wechselstube umfunktionierte Rikscha ist momentan in aller Munde.

Noch geplant ist eine Aufräumaktion mit dem Schlauchboot. Zum Ende der Saison fahren wir die vielbeschiffte Floßstrecke zwischen Wolfratshausen und München ab und sammeln unterwegs kaputte Schlauchboote und andere Hinterlassenschaften der Freizeitkapitäne ein.

Was muss sich Eurer Meinung nach verändern, um die Vermüllung der Isar zu stoppen?

Zum einen lautet unsere Forderung an die Politik, dass endlich Kohlegrills verboten werden. Für Verstöße müssen Präzedenzfälle mit eklatant hohen Geldstrafen geschaffen werden - Sozialdienste in Form von Müll-Aufräumaktionen wären auch eine Maßnahme. Zum anderen müssen auch die Bürger aktiv werden, deswegen lautet meine Botschaft: Helft euch selbst. Mischt euch ein und werdet aktiv.

Wie können sich denn die (Münchener) Bürger einbringen und engagieren?

Sie können bei unseren Aktionen und Projekten mitmachen und uns auf Social Media begleiten.

Wenn ich mich bei Euch engagiere möchte - wie sieht beispielsweise ein Projekt bzw. eine Aktivität aus, die auch einen konkreten impact hat?

Seit Jahren bieten wir Münchner Schulklassen Isar-Seminare an. Dabei geht es darum, den Schülern die Umweltproblematik spielerisch nahezubringen und freuen uns über Unterstützung.

Dann schreiben wir jährlich einen Wettbewerb aus und suchen den besten Kinospot gegen die Vermüllung der Isar. Die beste Einreichung bekommt einen Etat von 10.000 € für die Umsetzung. Dieser Betrag wird von unserem Hauptsponsor, der Paulaner Brauerei, gespendet. Die Filme erreichen über die Kinos und andere Kanäle viele hunderttausend Menschen.

Außerdem veranstalten wir jährlich mehrere Aufräumaktionen in Kooperation mit anderen Münchner Gruppierungen, dabei ist eine besonders hervorzuheben: zusammen mit der #[a(href='https://jugendsiedlung-hochland.de' target='_blank') Jugendsiedlung Hochland] organisieren wir ein Boots-Ramadama. Dabei sammeln wir vom Boot aus den Müll an unzugänglichen Uferbereichen ein, den Freizeitkapitäne über den Sommer an der Isar zurücklassen.

Und in den letzten Jahren verteilte unsere Rikscha entlang der Isar allerlei Nützliches: Müllbeutel, Pflasterboxen, Lagepläne und allerhand gute Ratschläge zum Verweilen an der Isar. Dieses Jahr haben wir einen draufgesetzt und die Rikscha in eine Wechselstube verwandelt. Wir tauschen Müll gegen kalte Getränke. Damit animieren wir die Menschen, sich mit der Müllproblematik zu beschäftigen und belohnen sie dafür.

#changemaker